Diagnostik & Therapie Praxisgemeinschaft Abrechnung Naturheilpraxis Britta Wilmsmeier
Darmflora Bakterien und Kleinpilze sind Kleinstlebewesen, die von den Abfällen der Natur leben, also von organischen Substanzen. Diese können sie durch ihre Enzyme aufspalten/zersetzen und durch ihren Stoffwechsel umwandeln. Die Ausscheidungen dieser Mikroorganismen bilden dann den neuen Rohstoff (Wald-/ Gartenerde), der der Natur wieder zur Verfügung steht. Unsere gesamte Natur ist ohne diese winzigen Helfer undenkbar. Jedes Gramm Erde enthält Milliarden verschiedenster Mikroorganismen. Sie besiedeln alle Organismen, also auch uns Menschen. Diese Mikroorganismen sind sehr wichtig für uns, aber sie haben auch  verschiedene Möglichkeiten, uns Menschen krank zu  machen. Durch ihre natürliche Arbeitsweise, das Zersetzen, können Sie auch unsere Schleimhäute zersetzen, sofern unser Immunsystem es nicht schafft, sie abzuwehren. Dieses ist bei Infekten im Hals-Rachen-Raum gut zu beobachten. Die Schleimhäute sind hochrot und entzündet. Und so verhält es sich auch im Darm, in den Nieren, der Blase, der Lunge, den Nebenhöhlen,… Die Ausscheidungen bestimmter Bakterien, sind für unseren Organismus sehr belastende Giftstoffe. So können bestimmte Colibakterien plötzlich zu heftigen Durchfällen führen. Sterben diese Bakterien und Pilze nun in unserem Körper ab, so werden ihre Inhaltsstoffe in Form von Zerfallsgiften frei. Problematisch kann dies beispielsweise bei antibiotischen und antimykotischen Therapien werden, da hier Zerfallsgifte in großem Umfang anfallen. Die äußere Haut und die inneren Schleimhäute sind die biologische Grenze unseres Organismus. Hier wirken die verschiedenen Bakterienstämme als Barriere gegen Fremdkeime. Gelangen aber trotzdem Bakterien ins Körperinnere, machen uns diese krank. Schneiden wir uns beispielsweise in den Finger, können die Bakterien in die Wunde eindringen und uns krank machen. Auch im Darm haben wir so eine Barriere - die Darmflora. Ist diese nicht intakt, werden wir krank. Dabei sollte man dann auch noch bedenken, dass die Hauptkontaktoberfläche des Körpers mit der Umwelt nicht die äußere Haut sondern die Schleimhaut des Darms ist. Der Darm stellt nämlich mit seiner mehrere Hundert Quadratmeter umfassenden Oberfläche das eigentliche Kommunikations- und Kontaktorgan mit der Umgebung dar. Durch die anatomische Struktur bedingt, vergrößert sich die reale Oberfläche gegenüber einem Rohr mit glatter Innenstruktur um mindestens den Faktor 500. Die Gesamtzahl der Bakterien im Darm ist größer, als die Gesamtzahl der Zellen, die der Mensch besitzt. Diese starke Keimbesiedlung besteht nicht von Geburt an, sondern baut sich während des Heranwachsens auf. Die Bakterien der Darmflora sind mit verantwortlich für den Stoffwechsel, die Verdauung und die Immunstimulation. Die gesunde Dünndarmflora besteht hauptsächlich aus Lactobazillen. Das sind nicht krankmachende Milchsäurebakterien, deren Ausscheidungen den Nahrungsbrei im Dünndarm kräftig durchsäuern, so dass keine krankmachenden Keime aus dem Dickdarm aufsteigen können. Wenn der Speisebrei dann in den Dickdarm weitergeleitet wird, besteht er nur noch aus nicht mehr verwertbaren Nahrungsresten. Diese werden dann von den Bakterien des Dickdarms für den Zersetzungsvorgang –die Fäulnis- aufbereitet. Die Fäulnisflora des Dickdarms enthält wesentlich mehr Bakterienarten als die Verdauungsflora des Dünndarms. Und da im Dickdarm häufig auch eine Reihe krankmachender Bakterien und Pilze zu finden sind, haben sich dort auch die Bifidobakterien angesiedelt, die ebenfalls zu den Milchsäurebakterien gehören. Mit ihren Säuren halten sie die anderen Keimarten in Schach. Aufgrund der sehr hohen Anzahl von Bakterien im Dickdarm, besteht die Stuhlmasse etwa zu einem Drittel aus Bakterien. Kommt es nun zu einer Fehlbesiedelung oder Keimzahlveränderung der Darmflora, so spricht man von einer dysbiotischen Darmflora. Das Immunsystem versucht nun mit aller Kraft, sich dagegen zu wehren. Wird es hierbei überfordert, sind häufig Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Hautausschläge die Folge. Man spricht hier von der dysbiotischen Darmflora. Oder das Immunsystem ist so mit den Aufgaben im Darm beschäftigt, dass es den Abwehraufgaben im Gesamtorganismus nicht mehr nachkommen kann. Folge können Störungen im HNO-Bereich, Bronchitis, Blasenentzündungen und vieles mehr sein. Und wer denkt dann, dass die Ursache im Darm liegen könnte? Aber nun versteht man auch den altbekannten Satz: Der Tod liegt im Darm! Die Darmflora lernt laufen oder Das kindliche Immunsystem Haut und Schleimhaut Die äußere Haut und die inneren Schleimhäute bilden die biologische Grenze zwischen dem Körperinneren und der äußeren Welt. Auf unserer Haut siedeln etwa 300.000 bis 500.000 Bakterien pro Quadratzentimeter. Diese ernähren sich von unseren Sekreten, Schweiß und abgestorbenen Hautzellen. Dafür halten sie unsere Haut sauber, achten auf einen günstigen pH-Wert und verhindern, dass krankmachende Keime unsere Haut besiedeln. Die Grenze aus Schleimhäuten finden wir im Mund, im Hals- und Rachenraum, der Lunge und ganz wichtig im Darm und in der Scheide. Der Darm ist nicht nur zum Verdauen da Im Darm eines Erwachsenen leben etwa 1014 (=100.000.000.000.000) Bakterien aus rund 400 verschiedenen Bakterienfamilien. (Zum Vergleich: Der menschliche Körper besitzt etwa 1013 Körperzellen.) Bei diesen Bakterien unterscheiden wir zwischen Freunden und Feinden. Mit den Freunden leben wir in Symbiose, d.h. in einer Lebensgemeinschaft. Sie dienen unserer Abwehr. Die feindlichen Bakterien hingegen können uns krankmachen, sofern wir zu viele von ihnen haben. Wir sprechen dann von einer Dysbiose, einer nicht mehr ausgeglichenen Darmflora. Die Oberfläche des Darms ist durch zahlreiche Ausstülpungen (Zotten) so vergrößert, dass sie beim Erwachsenen gut die Fläche eines Tennisfeldes bedecken könnte. Mit dieser riesigen Oberfläche macht die Darmschleimhaut etwa 80% der Kontaktstellen aus, mit denen der Körper zwischen harmlosen und krankmachenden eindringenden Keimen unterscheidet. Dieser Bakterienrasen auf Haut und Schleimhaut bildet also eine wichtige Abwehrbarriere gegen Fremdkeime.   Leaky Gut – durchlässiger Darm Die Bakterien auf der Darmschleimhaut überziehen diese mit einer Schutzschicht. Die Stoffwechselprodukte der Bakterien nähren diese Schleimhaut. Gerät nun unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht, wird auch die Darmschleimhaut angegriffen. Es kommt zum Leaky-Gut-Syndrom. Das bedeutet, die Darmschleimhaut wird durchlässig gegenüber Fremdkeimen. Eine häufige Folge sind wiederkehrende Infekte, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die Darmflora lernt laufen Der Darm eines Säuglings ist im Mutterleib noch keimfrei, nahezu steril. Bei der Geburt kommt er erstmals mit den verschiedenen Bakterienarten in Kontakt. Dieser Erstkontakt entscheidet, welche Bakterienarten sich im Darm vermehren können.   Optimaler Start ins Leben Bei einer vaginalen Geburt und einer gesunden Vaginalflora der Mutter, kommt der Säugling zu aller erst mit guten Keimen in Kontakt, die sich nun im Darm ansiedeln können. Zu Beginn regen sie das kindliche Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen an, später trainieren sie es ständig weiter. Ihre wichtigste Aufgabe zu Beginn ist allerdings, den Weg für andere erwünschte Bakterienarten zu bereiten, also das Milieu entsprechend vorzubereiten, damit diese sich nun ebenfalls dort ansiedeln können. Einen Großteil dieser weiteren gesundheitsfördernden Arten besteht aus den Milchsäurebakterien. Hier unterscheidet man verschiedene Stämme von Bifidobakterien und Lactobazillen. Der Säugling erhält über die Vaginalschleimhaut sowie über die Muttermilch in erster Linie diese Milchsäurebakterien, die sich  nun im Darm vermehren können. Wie es der Name bereits sagt, säuern diese Bakterien das Darmmilieu an, so dass krankmachende Eindringlinge es später schwer haben, sich hier nieder zu lassen.   Wenn es nicht so optimal läuft Hat die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt keine optimale Vaginalflora oder kommt der Säugling gar bei Kaiserschnitt auf die Welt, schaffen es die guten Bakterien meistens nicht als Erste in den kindlichen Darm, um dort ihrer Wegbereiterfunktion nachzukommen. So haben krankmachende Keime und andere Krankheitserreger leichtes Spiel. Insbesondere die verschiedensten Krankenhauskeime kommen jetzt oftmals zum Zuge. Auch wenn der Säugling dann gestillt wird, finden die Milchsäurebakterien kein optimales Milieu im Darm vor, so dass auch sie sich schlechter ansiedeln können. Und so kann der Teufelskreis beginnen.   Nichts dem Zufall überlassen Da die Darmflora einen erheblichen Gesundheitswert hat, sollte die Erstbesiedelung beim Säugling nicht dem Zufall überlassen werden.   Die Zeit (vor) der Schwangerschaft Die Vaginalflora der Mutter ist in der Regel Ausgangspunkt für die Darmbesiedelung und somit auch für das Immunsystem des Neugeborenen. Aus diesem Grund sollte bereits vorgeburtlich auf eine intakte Scheiden- und Darmflora der werdenden Mutter geachtet werden. Der Zustand der vaginalen Schutzflora kann auch für unerfüllten Kinderwunsch sowie für die Gefahr einer Frühgeburt verantwortlich sein.   Untersuchung im Labor Mit nur einem Vaginalabstrich (diesen kann jede Frau zu Hause selber durchführen) kann im Labor der Zustand der Vaginalflora untersucht werden. Ebenso kann mit nur einer Stuhlprobe der Frau oder des Babys die Darmflora sowie auch die Darmdurchlässigkeit ermittelt werden.  
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